Rocco,
Kempens berühmtester "dog´n web to go"!
Eine wunderbare Freundschaft *
Als Junge in Solingen im Bergischen Land wuchs ich mit Schäferhunden auf. Als Erwachsener wollte ich weiterhin einen Hund haben, war aber zu beschäftigt, zu bedacht auf meine Freizeit und lebte und lebe noch immer nicht in entsprechenden Wohnverhältnissen. So nahm ich ein Angebot, mich stundenweise in jeder Woche um einen fremden Hund zu kümmern, gerne an.
Wenn ich Leuten zu erklären versuche, dass die Stunden, die ich mit dem Ausführen von Rocco verbringe, für mich kein Zeitverlust, sondern ein Zeitgewinn sind, weil sie reine "Denkzeit" sind und mir erlauben, über Dinge aller Art nachzudenken, habe ich nur allzu oft das Gefühl, dass die Leute überhaupt nicht wissen, wovon ich spreche. Wahrscheinlich glauben sie, dass ich ihnen etwas vormache, um meinen Müßiggang respektabel aussehen zu lassen. Einigen Leuten will die Vorstellung von reinem Nachdenken wohl einfach nicht in den Kopf, selbst wenn sie im Zusammenhang mit der zweifellos produktiven Tätigkeit des Hundeausführens steht.
"Um die tatsächliche Arbeit des Denkens zu vermeiden, beschreitet der Mensch jeden möglichen Ausweg" (Thomas Edison). Wenn dies auch sicherlich nicht für alle gilt, so gilt es leider doch für viele, vielleicht sogar für die meisten.
Wir kennen uns jetzt bereits seit fünf Jahren und haben in dieser Zeit ca. 4000 Kilometer gemeinsam auf zwei Beinen und vier Pfoten zurück gelegt.
Rocco
Aufnahme: August 2009
Mein Verhalten gegenüber Hunden, denen ich zufällig unterwegs begegne, wird durchweg "hundeherzlich" erwidert. Ich führe dies darauf zurück, dass ich im Elternhause mit Schäferhunden aufgewachsen bin.
Solche "Hundejahre" legt man wohl niemals ganz ab. Sie scheinen gerade mit zunehmendem eigenen Alterungsprozess in den Lebenserinnerungen aufzutauchen wie eine "Coverversion" einst hautnah erlebter Herr/Hund- Geschichten.
In diesem Sinne konnte ich in meinem Leben vor fünf Jahren ein neues "Album" herausbringen, dessen "Star" sich "Rocco" nennt. Es handelt sich um den "Entlebucher Sennenhund" unseres damaligen Nachbarn. Ich durfte Rocco im April 2007 einige Tage rund um die Uhr in Pflege nehmen. In jener Zeit wurden wir unzertrennliche Freunde.
Der Hund zeigt dies mit einer äußerst stürmischen Begrüßung, wenn wir uns zufällig begegnen oder wenn ich ihn zum Spaziergang abhole. Dabei geht es nie ohne all jene "Gesänge" ab, die ein Sennenhund (besser: "Gesängehund") aus den unteren Gängen seines Schlundes, durch seine Schnauze hindurch und zwischen seiner sich windenden Zunge hervorzaubern kann, und die erst gegen Schluss in ein kräftiges andauerndes Gebell überleiten.
Im warmen und trockenen April 2007 war ich an jedem Nachmittag mit Rocco unterwegs. Als nach der wochenlangen Trockenperiode der erste ergiebige Regen gefallen war, lernte ich Rocco zum ersten Mal als "Wasserbüffel" kennen.
Dort, wo vier Wochen lang nur staubige Wege und ausgetrocknete Felder zu sehen gewesen waren, befand sich unvermittelt jede Menge kleiner und großer Wasserpfützen. Von jener überraschenden "Seenplatte" ließ der Hund einfach nichts aus. Er durchwatete alle Wasserstellen langsam und genüsslich mit schwerfälligen Schritten. Dabei senkte er den Kopf, so dass seine Schnauze die Wasseroberfläche schleifend berührte und biss dann mit schmatzendem Geräusch ins Wasser hinein.
Nach wochenlanger Trockenheit - ich hatte zum "Überleben" bei allen Spaziergängen für den Hund immer Wasser dabei - nun dieser Überfluss von Nass! Und wie lustig es aussah, wenn Rocco mit seinen stämmigen Läufen im Wasser stand und dann, bei jedem Schritt, den dünnhäutigen Lehm auf dem Boden einer Pfütze zu dick quellenden Wolken verwandelte! So erhielt mein Hundealbum aus der Kindheit nach vielen Jahren frische Seiten, sogar mit "Wasserzeichen".
In den Herbstferien 2007 durfte ich Rocco zusammen mit meiner tierliebenden Frau wieder für zwölf Tage versorgen. Danach bestätigte es sich nochmals: Unsere Begegnung im April war der "Beginn einer wunderbaren Freundschaft".
Auch im Jahre 2008 holte ich Rocco zu langen Spaziergängen ab, die er wie immer sehr genoss. Autofahrten zu neuen Revieren in der Umgebung kamen hinzu. Roccos neueste Leidenschaft wurde das Buddeln nach Wühlmäusen.
Angst um sein Leben hatte ich einmal, als er auf einer Weide von einem Pferd verfolgt und angegriffen wurde. Zum Glück war ihm nichts zugestoßen. Einen leichten Schock konnte man ihm aber doch ansehen, nachdem er - nicht mehr der Jüngste - um sein Leben gelaufen war. Nach dem Ereignis habe ich mich dann als "Hundeseelsorger" betätigt. Gegenüber Pferden ist er seitdem sehr wachsam und vorsichtig geworden und entfernt sich von mir auch nicht mehr so weit wie früher. Jedoch besitzt er bis heute eine panische Angst vor Kuhherden, vor allem, wenn die Tiere in großer Zahl auf der Weide liegen. Ich werde wohl niemals heraus bekommen, warum Rocco dann in Panik gerät. Sein Augenlicht lässt wohl spürbar nach und er kann manche Gestalten wohl nicht mehr richtig einordnen.
Bedingt durch Urlaub hatte ich für drei Wochen Hundesitter-Pause. Im Mai 2008 machte ich erneut die erste zweistündige Rocco-Tour. Die Freude war natürlich groß - auf beiden Seiten!
Rocco erfreute sich auch mit 13 Jahren weiterhin guter Gesundheit, wenn auch seine Arthrose-Schmerzen in den Gelenken der Vorderläufe ihn bisweilen etwas am Laufen hindern. Dagegen bekommt er Medikamente, die sehr gut wirken.
Wegen eines Umzuges seiner Familie mussten wir viele Wochen aufeinander verzichten, da Rocco in jener Zeit für mich nicht immer erreichbar war. Während er früher mir direkt gegenüber wohnte, lebt er nun etwa einen Kilometer von mir entfernt in einem neuen Zuhause. Dort kann ich ihn nun weiterhin zu Spaziergängen abholen. Ich wünsche mir, dass unsere Freundschaft noch möglichst lange weiter bestehen bleibt. Wir sind ja beide nicht mehr die jüngsten.
Rocco ist bei kaltem Wetter fast noch so fit wie in seiner Jugendzeit. Besonders gerne läuft er durch Schnee. Dann sind bei ihm wirklich alle Lebensgeister wach. Für eine Hundenase eröffnen sich dabei neue Welten, wobei der Schnee von gestern besonders interessant wird, da sich die Spurendichte ständig vergrößert, ohne durch längst bekannte archaisch festgefahrene "Navigationssysteme" gestört zu werden. Jedes sich schüchtern anbahnende Durstgefühl kann Rocco bei seiner Nasenarbeit gleich durch mehrere herzhafte Bisse in den Schnee in seine Schranken verweisen.
So erweist sich jeder Spaziergang von Hund und Herr, unter welchen Bedingungen auch immer, als eine fortgesetzte Symbiose zwischen Tier und Mensch, wobei ich mich stets zusammenlebend fühle mit einem Freund verschiedener Art, jedoch zu gegenseitigem Nutzen.
Und dies ist bis heute, dem 22. Februar 2011, so geblieben. Das Winterwetter ist Rocco bestens bekommen. Ausgedehnte Spaziergänge durch die Schneelandschaft - und dies gleich fast täglich über mehrere Wochen - kamen dem Schweizer Sennenhund rassenmäßig sehr entgegen. Im "Abgang" stets ein wettermäßiger Hauch aus den "Berner Alpen" am Niederrhein.
Dass der Hund mit seinen nun bereits 13 Jahren für seine Rasse und Größe noch ausgesprochen fit ist (vor allem bei einstelligen Temperaturen), hat er seiner guten körperlichen Verfassung und seiner noch immer voll funktionsfähigen Nase zu verdanken. In den letzten Monaten haben jedoch Roccos Gehör und Sehkraft deutlich nachgelassen. Da er meine Stimme kaum noch wahrnimmt, lasse ich ihn nur noch an einer Flexi-Leine laufen. Die verschafft ihm ausreichende Bewegungsfreiheit auf dafür geeigneten Wegen. ...
... Hallo, (September 2009)
hatte gestern nach zwei Wochen Pause ein Wiedersehen mit Rocco. Der Hund war eine totale "Emotionsbombe" - so stark habe ich dies noch nie empfunden. Erst heulte er wolfsähnlich, jedoch melodiöser, dann schrie er mit seinem Bellen den Opa und die komplette Nachbarschaft aus ihren Wohnungen und Terrassenliegestühlen. Das ganze erinnert mich irgendwie immer an "Ich bremse auch für Tiere". Er konnte sich kaum beruhigen, als sei er 14 Tage auf Entzug gewesen. Jener bezog sich wohl hauptsächlich auf meine Leckerli-Tasche mit ihrem reichhaltigen Fressnapf-Sortiment.
Bei knalliger Sonne und 25 Grad gab er sich ausgesprochen fit und machte mit mir ohne größere Ermüdungserscheinungen eine Querfeldeintour über drei Kilometer. Bisweilen kam ich mir wie sein Bewährungshelfer vor, der ihn nach längerer Zeit mal wieder der Freiheit überlassen durfte. Zur Abkühlung betrat er dann die einzige Schlammpfütze weit und breit und legte sich behutsam in den Lehm. Dabei konnte er noch etwas Wasser erhaschen. Hinterher hatte ich etwas Mühe, ihn zu säubern, bevor er in den Wagen durfte. Zum Glück hatte ich sein "Handtuch" dabei und offensichtlich genoss er meine Säuberungsaktionen an allen vier Pfoten, Läufen und am lehmbestrichenen Bauch. Insgesamt trank er gut einen Liter Wasser aus meiner PET- Flasche.
Roccos zweiwöchiger Entzug meiner Leckerli-Tasche mit den eingelegten "Jackpots" (hohe Abschlussbelohnung) wirkte sich noch lange während unserer Tour aus. So kam der Euphoriker mir auffallend oft entgegen und setze sich demonstrativ vor mich hin, sperrte meinen Weg, so dass ich kaum weitergehen konnte. Ich musste ihn ja auch ständig erneut dafür loben, dass er bei diesem Wetter so viel Kondition zeigte. Man konnte den Eindruck gewinnen, der Hund sei mit Eigenblut gedopt worden. Oder: Was ist im Fressnapf-Futter wirklich drin?
Das hat natürlich mal wieder richtig Spaß gemacht. Und als ich ihn bei Opa nach zwei Stunden wieder ablieferte, bemerkte dieser: "Ja, der ist wirklich sehr fit. Aber er hat sich bei uns ja auch viele Tage ausruhen können". Manchmal habe ich das Gefühl, Rocco ist vielleicht gar kein echter Hund, sondern ein verwunschener Prinz oder etwas Ähnliches. Dies Geheimnis nehmen wir beide wohl mit ins nächste Leben.
Charmante Zeit! (aus einer E-Mail an Cathrin Laurenz, Hundetherapeutin, )
Klaus, 1. Sept. 2009
* "Freundschaft" ist eigentlich nicht richtig. Besser wäre: "Eine wunderbare Symbiose". Glauben Sie, wenn Sie Ihrem Hund ein Leckerli hinhalten, er sei Ihr Freund? Kommt ein Fremder mit einem Stück Wurst, dann holt er es sich bei dem. Dem Hund ist es doch egal, wer seinen Futterinstinkt bedient. Und da sind wir bei dem entscheidenden Punkt:
Wir dürfen den Hund nicht vermenschlichen. Wenn wir ihn in seinem Verhalten für uns nutzbar machen und ihm helfen wollen, artgemäß zu leben, müssen wir so auf ihn eingehen, dass er sich nach seinen Instinkten ausrichten und seine spezifischen Sinne bedienen kann. Wir nutzen somit nur das, was im Tier bereits angelegt ist und was es gerne ohne äußeren Zwang zu leisten bereit ist. Um den Hund so zu motivieren**, muss man einiges über sein Instinktverhalten wissen. Erst dann kann man sinnvoll mit ihm umgehen.
Ein Beispiel, selbst ausprobiert: Rocco weiß, dass meine rechte Hand diejenige ist, aus der er seine Leckerchen nimmt. Nun darf ich nicht annehmen, dass er meine Hand etwa "menschlich" sieht, so wie wir das untereinander gewohnt sind, nämlich als Teil der Gesamtheit Mensch. Dies drücken wir ja täglich untereinander aus: Hand geben, Faust ballen, Hände schütteln, Hand auflegen usw. Rocco ist meine Hand in diesem Sinne völlig egal. Für ihn ist sie nicht ein Teil von seinem Herrchen, sondern einfach der Ort, der in unregelmäßigen Abständen seinen Futterinstinkt bedient. Statt Hand könnte ich auch einen Stock bei mir tragen, an dem unten eine Futterkelle befestigt ist. Was würde Rocco dann machen?
Er würde sich hin und wieder an jenen Futterort erinnern, um nachzusehen, ob dort wieder ein Leckerli drin ist. Wenn nicht, geht er einfach weiter. Das macht er sogar mehrmals hintereinander in mehr oder weniger großen Zeitintervallen. Er erinnert sich nicht daran, dass es vor 3 Minuten schon mal so schlecht mit dem Futter aussah. Der Vorgang ist für ihn stets neu. Deshalb kann ein Hund auch nie nachtragend sein.
Genau wie jene Kelle am Stock betrachtet Rocco meine rechte Hand. Diese ist für ihn eine reine Futterstelle, in der hin und wieder etwas zu finden ist. Wenn er bettelt, zeige ich ihm meine leere Hand. Das genügt ihm. Er gibt sich damit zufrieden.
Wir machen oft den Fehler, das Verhalten des Hundes mit dem eines Menschen in Verbindung zu bringen. Was würde wohl ein "menschlicher" Hund - also ein reines Fantasiegebilde, machen? Der würde beim Anblick der leeren Hand frustriert reagieren, eventuell bellen oder verweigern weiterzulaufen - erst recht nach mehreren solchen Attacken. Wir würden dem Tier mit menschlichen Gefühlen begegnen. Wir bekämen unter Umständen ein schlechtes Gewissen (das arme Tier), ich darf doch nicht so hart und grausam sein. Ich muss ihm jetzt ein Leckerchen geben. Falsch, völlig falsch. Der Hund folgt nur seinem Futterinstinkt. In diesem Moment sind Sie nicht mehr und weniger als eine Futterkelle am Stock, wenn Sie es auch "Hand" nennen.
Für einen Hund passt also nicht der berühmte Satz von Rüdiger Hoffmann: "....er hat es denn auch gleich eingesehen". Natürlich, sollten Sie sich jetzt etwas veräppelt fühlen: dieser Satz weist dennoch in die richtige Richtung.
"Eine wunderbare Freundschaft?" Worin besteht denn diese zwischen Mensch und Hund? In einer artgerechten Gemeinschaft zwischen beiden. Wenn das gut klappt, ist dies wunderbar. Diese Symbiose wird noch immer zu wenig angestrebt und deshalb gibt es so viele Problemhunde. Das Problem ist der Mensch, weil nur er ja auch Probleme haben kann. Ein Hund verhält sich nur.
Kompetent in Positiver Hundeerziehung
** ...Der Hund sollte sich selber motivieren und die Orientierung aus eigenem Antrieb heraus am Menschen suchen. Er ordnet sich freiwillig und gerne unter, sobald sein Führungsanspruch erfüllt wird, sprich NICHT LOCKEN sondern lediglich den Weg vorgeben, der sich aus Hundesicht lohnt/lohnenswerter ist... Der Hund agiert, der Mensch reagiert - nicht umgekehrt... bestmöglich!...
"Jeder Hund, der einem begegnet, zeigt deutlich durch seine Körpersprache, was man von seiner Situation zu halten hat. (...) Sehr wenigen Hunden geht es tatsächlich gut bei uns, sie machen nur, wirklich gut, das Beste daraus". (Cathrin Laurenz)
Hund und "Herr"
auf Roccos Wegen
Sozialpartner, um deren Gunst man nicht buhlen muss, weil es gar nicht funktioniert
Hunde schließen sich niemandem an, der zu viel um ihre Gunst "buhlt", sie also motiviert und zu locken versucht. Das entspricht nicht dem Profil eines Rudelführers. Viel eher ordnen sie sich freiwillig unter, wenn man sich zurück nimmt und ggf. in angemessener Weise reagiert...
Warum fressen Hunde bisweilen die Haufen ihrer Artgenossen?
Antwort:
Oft ist es tatsächlich so, das dem Hund ganz bestimmte Mineralien fehlen, die er sich über den Kot zurück holt. Das heutige industrielle Hundefutter ist alles andere als gesund für den Hund, es enthält z.B. viel zu viel Getreide. Das "richtige Füttern" ist allerdings eine Wissenschaft für sich und ich bin ganz klar für die sogenannte B.A.R.F. Variante. (Biologisch Artgerechtes Roh Futter = Muskelfleisch, Sehnen, Knochen, Magen etc.) Alles, was ein Hund auch als freilebendes Tier fressen würde! Allerdings muss man dabei ebenfalls auf den ausgewogenen Anteil der einzelnen Inhaltsstoffe achten! Vermutlich fehlen Rocco Inhaltsstoffe im Fertigfutter, aber ich bin kein TA....
Die Zeit schreitet voran und wir werden immer älter
Der Monat August im Jahre 2011 geht zu Ende. Rocco wurde inzwischen 14 Jahre alt. Ein stattliches Alter für seine Rasse (Entlebucher Sennenhund). Er kann inzwischen kaum noch etwas hören und auch seine Augen haben stark nachgelassen. Zu größeren Spaziergängen, vor allem bei warmem Wetter, ist er nun nicht mehr fähig. Nur seine Nase funktioniert noch wie in ihren besten Zeiten. Sie lässt ihn alle Wege erkennen und leitet ihn sicher zu seinen Zielen.
Vorbei ist die Zeit der großen mehrstündigen Touren, der Autofahrten zu entfernteren Zielen der Erkundungen. Dennoch ist Roccos Freude ungebrochen, wenn ich ihn abhole. Nach spätestens einer Stunde ist seine Begeisterung vom Anfang gebrochen und macht sichtbaren Erschöpfungssymptomen Platz. Er wählt seine Route in Art und Länge stets selbst aus. Er kennt jeden Meter der Strecke und weiß um die Belastungen, die beim Weitergehen auf ihn zukommen werden. Deshalb wählt er den kürzeren weniger beschwerlichen Weg. Seine Nase "weiß" einfach alles. Er hat ein Gespür dafür, wann er umkehren sollte, um rechtzeitig wieder nach Hause zu gelangen, wo er sich dann für eine längere Zeit erneut zum Schlafen hinlegt, nachdem er noch sein übergroßes Abschlussleckerchen als Belohnung erhalten hat. "Fein! Fein gemacht!"
Klaus Hoffmann, "Rocco Star", 16. Januar 2012
Der Pitbull
Klaus Hoffmann
Zum Tierheim kommt ein Mütterlein.
Sie ist verwitwet, stets allein.
Ach, wenn sie doch gen Lebensende
hier noch ´nen guten Partner fände!
So hat sie zwischen Acht und Zehn
sich alle Hunde angesehn.
Der Pitbull dort mit rosa Aug´licht,
nur der allein wär für sie tauglich,
würd er sie doch - es ist zum Wimmern -
recht sehr an ihren Mann erinnern.
Die Frau, zum Glück, lebt noch allein:
Den Hund gab´s nur auf Waffenschein.
Fazit:
Erinnerungen sprechen Bände.
Was du draus machst, bedenk das Ende!